Praktikum

So wird das Praktikum zum Erfolg

Praktika liegen zurzeit voll im Trend. Kein Wunder – sie bieten die Gelegenheit, Arbeitsluft zu schnuppern und erste Berufserfahrung zu sammeln. Zudem kann ein Praktikum eine wertvolle Hilfe bei der Berufswahl sein, besonders dann, wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, welchen Beruf man ergreifen möchte. Oft stellt sich schnell heraus, ob der Traumberuf wirklich zu einem passt und nicht selten entscheidet sich auch an abgeleisteten Praktika, welcher Bewerber das Rennen um den Ausbildungsplatz macht.

Auch Praktikanten haben Rechte

Ob freiwillig in einen Beruf »hineingeschnuppert« wird oder ob es sich um ein Pflichtpraktikum handelt, ist dabei entscheidend für die rechtlichen Ansprüche des Praktikanten. Grundsätzlich gilt: Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns am ersten Januar 2015 haben Praktikanten ab dem 18. Lebensjahr, die ein freiwilliges Praktikum ableisten, Anspruch auf eine angemessene Vergütung; mindestens jedoch muss der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde gezahlt werden.

Darüber hinaus haben Schnupper-Praktikanten auch Anspruch auf den gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub und auf Lohnfortzahlung bei Krankheit. Ist das Praktikum nicht durch das Mindestlohngesetz geregelt, zum Beispiel bei Praktikanten, die jünger als 18 Jahre sind, gilt das Berufsbildungsgesetz. »Freiwillige Praktika mit einer Dauer von bis zu drei Monaten, die zur Orientierung bei der Berufs- oder Studienwahl dienen oder studienbegleitend absolviert werden« sind laut Information des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) ebenfalls vom Mindestlohn ausgenommen.

Bei Pflichtpraktika, haben Praktikanten hingegen grundsätzlich keinen Anspruch auf Vergütung, Urlaub oder Lohnfortzahlung bei Krankheit. Sollte sich während des Praktikums allerdings herausstellen, dass man überwiegend Tätigkeiten ausübt, die nicht dem Lernen dienen, hat man in jedem Fall ein Anrecht auf eine angemessene Vergütung seiner Tätigkeit.

Der Arbeitsvertrag

Seit freiwillige Praktika, für die das Mindestlohn-Gesetz gilt, vergütet werden müssen, sind dort auch Praktikumsverträge Pflicht. Da Praktika der beruflichen Orientierung dienen, hat jeder Praktikant ein Recht darauf, etwas zu lernen, weshalb im Praktikumsvertrag auch die Praktikumsziele klar definiert sein müssen. Außerdem haben Praktikanten ein Recht auf die Ausstellung eines Zeugnisses.
In allen anderen Fällen genügt aus rechtlicher Sicht auch ein mündlicher Vertragsabschluss. Da die Rechte von Praktikanten während eines Pflichtpraktikums nicht klar gesetzlich geregelt sind, ist es dennoch empfehlenswert, auch hier einen schriftlichen Vertrag abzuschließen, der die Arbeitsbedingungen genau regelt.

Probezeit und Kündigung

Bei freiwilligen Praktika sind die Kündigungsbedingungen durch das Berufsausbildungsgesetz oder das Arbeitsgesetz geregelt. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Praktikant während der Probezeit ebenso wie der Arbeitgeber ohne Einhaltung der Kündigungsfrist das Arbeitsverhältnis beenden kann. Nach der Probezeit muss dann die gesetzliche Kündigungsfrist eingehalten werden. Für eine fristlose Kündigung nach der Probezeit – egal, ob sie durch den Arbeitgeber oder den Praktikanten erfolgt – müssen wichtige Gründe vorliegen. Fehlt der Ausbildungscharakter eines Praktikums, wird der Praktikant also vorwiegend als Arbeitskraft eingesetzt, hat der Praktikant jederzeit das Recht, seinen Vertag fristlos zu kündigen. Bevor ein Praktikumsverhältnis gekündigt wird, sollte sich der Praktikant allerdings informieren, ob das Praktikum in einem anderen Betrieb fortgesetzt und ob die bereits absolvierte Praktikumszeit angerechnet werden kann. sah




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