Typisch Mann – typisch Frau?

Frauen in ”Männerberufen”

Was an deutschen Unis und Fachhochschulen schon fast Alltag geworden ist, ist in der Berufswelt noch längst keine Selbstverständlichkeit: Frauen in typischen »Männerberufen«. Ob Malerin, Mechatronikerin, Bauarbeiterin oder Schreinerin – im Handwerk und im technischen Bereich sind weibliche Mitarbeiterinnen zwar auf dem Vormarsch, aber doch noch immer deutlich in der Unterzahl.

Starke Frauen mit beeindruckenden Leistungen

Schon früh zeigten Frauen, was in ihnen steckt. Sie bewiesen sich nicht nur in ausschließlich von Männern ausgeübten Berufen, sondern waren in dem, was sie taten, sogar äußerst erfolgreich. Marie Curie beispielsweise wurde gegen allen gesellschaftlichen Widerstand Chemikerin, entdeckte unter anderem die Röntgenstrahlung und erhielt sogar zwei Nobel-Preise für ihre Forschungen. Und die Fliegerin Elly
Beinhorn machte als eine der ersten Frauen in einem damals reinen Männerberuf Karriere.

Durch die Erfolge von Frauen in typischen Männerberufen ist längst bewiesen, dass es dem weiblichen Geschlecht keineswegs an naturwissenschaftlichem oder technischem Verständnis mangelt, wie lange angenommen worden ist. Doch warum trauen sich immer noch so wenige junge Frauen, einen von Männern dominierten Beruf zu ergreifen?

Frauen in Männerberufen brauchen ein dickes Fell

Frauen haben oft mit Vorurteilen ihrer männlichen Kollegen oder bei Kunden zu kämpfen. Auch der raue Umgangston in der Fabrikhalle oder auf dem Bau ist nicht »jederfraus« Sache. Doch die jungen Frauen, die sich trauen, einen typischen Männerberuf zu ergreifen, zeichnen sich besonders häufig durch ihren Ehrgeiz und ihre oft sehr guten Leistungen aus. Gerade Tätigkeiten, die Kreativität, Fingerspitzengefühl und Geschick erfordern, gehen Frauen oft leichter von der Hand. Bei filigranen Malerarbeiten, bei denen es auf Genauigkeit ankommt oder wenn in der Elektronikbranche Kleinteile miteinander verbunden werden müssen, tun sich Frauen oft hervor. Was viele männliche Arbeitskollegen noch belächeln, haben Ausbilder und Vorgesetzte schon längst erkannt: Frauen sind in Männerberufen schon lange gefragt.

Trotzdem fangen immer noch wenige junge Frauen eine Ausbildung in einem von Männern dominierten Beruf an. Wer sich dafür entscheidet, sollte sich in jedem Fall ein dickes Fell zulegen und auch mal über den einen oder anderen Kommentar des Kollegen hinwegsehen können. Diejenigen, die sich trauen, werden mit interessanten Berufsfeldern und vielversprechenden Berufsperspektiven belohnt. sah




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Typisch Mann – typisch Frau?

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