Play it cool?!

Beim Vorstellungsgespräch: Play it cool?!

Nicht wenige Personalchefs bilden sich den ersten Eindruck innerhalb der ersten zwei Minuten und lassen sich dann nur noch selten vom Gegenteil überzeugen. Die richtige Kleidung und die Körpersprache sind also richtig wichtig, denn wer kann in den ersten beiden Minuten schon soviel Überzeugendes sagen, dass der Rest total egal ist? Eben.

Los geht’s mit der richtigen Begrüßung: Ein kurzer, fester Händedruck, Blickkontakt und Lächeln stimmen den Personalchef positiv. Wer aber noch an den Klamotten fummelt, mit direkt ausgestreckter Hand den Raum betritt und dem Gegenüber dann nur einen toten Fisch in die Handflächen legt, sammelt schon auf den ersten Metern Minuspunkte.

Nach der Begrüßung folgt das Gespräch. Aber natürlich nicht im Stehen. Doch sollte man hier warten, bis der Personalchef bittet, sich zu setzen. Danach gilt: Aufrecht sitzen, auf der gesamten Sitzfläche und nicht nur auf der Kante, Beine nicht übereinander schlagen, die Arme nicht verschränken, sondern locker im Schoß liegen lassen und den Körper leicht nach vorne lehnen. Das signalisiert Aufrichtigkeit, Interesse und Engagement. Richtig Pluspunkte kann man sammeln, wenn man während des Gesprächsverlauf die Körperhaltung seines Gegenübers spiegelt, um Vertrauen und Sympathie herzustellen.

Zappeln, nervös am Ring oder Ringfinger spielen, mit den Haaren spielen – diese oft kleinen Gesten haben große Wirkung. Der neue Chef liest daraus Unsicherheit und geringe Stressresistenz. Eine offene Körperhaltung und ruhige Gesten hinterlassen den besseren Eindruck. Nach oben zeigende Handflächen bedeuten zudem »Ich habe nichts zu verbergen«.

Besonders im Bewerbungsgespräch gilt es, die allgemeinen Höflichkeitsformen zu wahren: Den Gesprächspartner ausreden lassen, Blickkontakt mit ihm halten und ihm den Körper zuwenden. Ein ehrliches Lächeln zeigt, dass man sich freut, seinen potenziellen Chef zu treffen. All das kann man zuhause vor dem Spiegel üben. Das gibt zusätzliche Sicherheit und nimmt etwas die Nervosität. Gefühle unterdrücken muss und soll man aber trotzdem nicht. Und gerade beim ersten Vorstellungsgespräch ist etwas Aufregung verständlich. Das wissen Chefs, die außerdem ziemlich schnell merken, wer sich verstellt und eine Show abzieht. Wer sich daher besonders cool zeigt, vergisst oft Einzelheiten, erzählt stockend, verspricht sich, so das Ergebnis einer Studie von Jane Richards an der Uni Texas. Und das findet dann auch der Chef nicht mehr cool.

Wer bis dahin alles richtig gemacht hat, sollte seinen guten Eindruck mit einem perfekten Abgang krönen: Ein kräftiger Händedruck, ein Blick in die Augen, ein ernst gemeintes »Auf Wiedersehen!« und dann raus aus Büro und Gebäude. Wer hier jetzt noch zu labern anfängt, verliert.




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