Traumberuf?

Liebe auf den zweiten Blick

Du hattest schon immer ganz klare Vorstellungen davon, was du später wirst? Hast du dich schon in der Werkstatt am Schrauben gesehen oder grübelst du doch lieber im Büro am Schreibtisch über Lösungen? Egal ob Arztpraxis, Bau, Bank, Werkstatt oder Büro, das Berufsleben bietet unzählige Beschäftigungsfelder. Dennoch belegen Zahlen, dass bestimmte Berufe bei jungen Jobstartern verstärkt nachgefragt werden.

So geht aus den Daten der Agentur für Arbeit hervor, dass sich deutschlandweit im Jahr 2015 die meisten Berufsanfängerinnen für eine Ausbildung als Kauffrau im Büromanagement entschieden haben. Am zweitbeliebtesten war die Ausbildung zur Verkäuferin, während die Medizinische Fachangestellte Platz drei belegte. Im Gegensatz dazu wollten 2015 die meisten männlichen Berufsstarter Kfz-Mechatroniker werden, dicht gefolgt vom Kaufmann im Einzelhandel. Dem Industriemechaniker gehört Platz 3 der beliebtesten Ausbildungsberufe.

Doch was ist mit den anderen, mehr als 330 anerkannten Ausbildungsberufen? Natürlich sind außergewöhnliche Berufe wie Bootsbauer, Hufschmied oder Revierjäger nicht jedermanns Sache, dennoch sind Alternativen zu besonders gefragten Berufen gleich mehrfach sinnvoll. So kann intensiveres Recherchieren und Stöbern dabei helfen, das einzugrenzen, was man wirklich machen möchte. Auch wenn man einen bestimmten Beruf bereits im Kopf hat, schadet es nicht, nach Alternativen zu schauen. Denn mit dem Interesse an bestimmten Berufen geht eine erhöhte Anzahl an Mitbewerbern einher, was letztendlich zu einer härteren Konkurrenz um den Ausbildungsplatz führt. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine breitere Suche auch Optionen ermöglicht und erschließt, auf die man wahrscheinlich gar nicht gekommen wäre. Somit engt man sich nicht selbst ein, sondern erweitert seine Chancen.

So gibt es beispielsweise für den bei beiden Geschlechtern gefragten Ausbildungsberuf Kauffrau/-mann im Büromana­gement viele interessante Alternativen. Wer gerne organisiert, den Umgang mit Menschen mag, kommunikativ, freundlich und aufgeschlossen ist, ist nicht nur im Büro, sondern auch in der Kanzlei goldrichtig. Als Rechtsanwaltsfachangestellte/r sorgt man für einen reibungslosen Ablauf, betreut Mandanten, organisiert Termine, bereitet Schriftstücke vor und arbeitet den Rechtsanwälten zu. Dabei erhält man bei der Bearbeitung der unterschiedlichen juristischen Fälle und Angelegenheiten einen genauen Einblick in die rechtliche Lage. Letzteres ist natürlich auch außerhalb der Arbeit durchaus praktisch. Weitere Alternativen sind die Ausbildung zur/zum Notarfachangestellte/n oder zum/zur Steuerfachangestellte/n. Genau wie die Arbeit in der Rechtsanwaltskanzlei, stehen beim Notar und beim Steuerberater die Belange der Mandanten im Fokus. Auch hier sind vor allem kommunikative, organisatorische sowie kauf­männische Fähigkeiten gefragt, wenn man Urkunden und Schriftstücke erstellt und bearbeitet, mit den Mandanten und den verschiedenen Behörden kommuniziert oder bestimmte Fälle nachschlägt und vergleicht.

Je nach Interesse und Branche können im Bezug zur Ausbildung als Bürokauffrau/-mann zahlreiche Alternativen in den unterschiedlichsten Bereichen gefunden werden. Die Arbeit im Büro muss dabei nicht klassisch auch dort ausgeführt werden. Wichtiger ist vielmehr, dass man sich seiner Stärken und Interessen bewusst wird und dementsprechend die Fühler ausstreckt. Wer beispielsweise Reisen und fremde Länder liebt ist sowohl als Tourismus- wie auch als Reiseverkehrskauffrau/-mann gut aufgehoben. Ist dabei die Liebe zu Fremdsprachen stärker, eignet sich wiederum eine Ausbildung zur Kaufmännischen Assistenz im Bereich Fremdsprachen und Korrespondenz. Egal, ob in der Industrie, im Handel, im Tourismus, in den Medien oder im Marketing, hier bieten sich unzählige Möglichkeiten, um seine Talente einzubringen. Daher sollte man sich vor der Berufswahl nicht nur seinen Vorlieben, sondern auch seinen Stärken bewusst sein und sich genau über die Optionen, die neben den beliebten Jobs existieren, informieren. Generell gilt, dass ein zweiter Blick sich lohnt, damit aus der Wunschvorstellung der Traumberuf werden kann.




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