»Ich ziehe aus!«

Wohngeld macht’s möglich!

Wie du eine Wohnung findest, das weißt du. Deinen Umzug bist du im Kopf auch schon komplett durchgegangen, dein trautes Heim hast du in Gedanken schon eingerichtet. Aber eine Frage bereitet dir noch Kopfzerbrechen: Wie sieht es eigentlich mit der Finanzierung während der Ausbildung aus? Die Miete kann schon mal die Hälfte des Brutto-Azubigehalts in Anspruch nehmen. Dann bleiben da aber möglicherweise noch Kosten für Strom, Handy und Auto und die Freizeit will ja auch noch mit coolen Unternehmungen oder Reisen gestaltet werden. Wenn du das alles zusammenrechnest, ist das Ausbildungsgehalt ratz, fatz dahin und auf die Seite gelegt hast du noch rein gar nichts. Das kann ja nicht die Lösung sein. Muss es auch nicht, denn dafür kannst du Hilfe vom Staat bekommen. Denn weil nicht jeder seine Ausbildung im Heimatort macht, sondern möglicherweise von Zuhause ausziehen und sich eine eigene Bleibe suchen muss, gibt es staatliche Finanzierungsmittel. Zu diesen Fördermitteln gehört neben Kindergeld, BafÖG und BAB, das Wohngeld. Jedoch nur bis zu einem begrenzten Maße.

Wohnen ohne Mama und Papa:
Wohngeld macht‘s möglich
Was ist eigentlich Wohngeld? Wohngeld ist in Deutschland nichts anderes als eine Leistung für Bürger, die aufgrund eines zu geringen Einkommens einen Zuschuss zur Miete erhalten. Aber wie bei fast allen staatlichen Zuschüssen hat auch diese Form der finanziellen Unterstützung einen Haken: Als Azubi bekommst du nämlich nur Wohngeld, wenn die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) abgelehnt wurde, weil beispielsweise deine Eltern zu viel verdienen. Wenn dir also kein BAB zusteht, hast du gute Chancen auf Wohngeld.

Wenn dein Geld trotzdem einfach nicht reicht, dann hast du natürlich noch immer die Möglichkeit, neben der Ausbildung zu jobben. Und ja, das geht trotz Vollzeitausbildung. Allerdings muss dein Ausbildungsbetrieb über deinen Nebenjob Bescheid wissen. Verweigert werden kann der aber nur in seltenen Fällen, zum Beispiel dann, wenn du nebenher beim Konkurrenzunternehmen arbeiten möchtest oder wenn deine Arbeitsleistung in der Ausbildung darunter leidet.

Aber Vorsicht: auch zu viel verdienen ist nicht erlaubt. Deine Arbeitszeiten aus der Ausbildung und dem Nebenjob werden addiert. Und dabei kommt dann das Jugendarbeitsschutz­gesetz ins Spiel, das genau regelt, wie viele Stunden du pro Woche arbeiten darfst. Wenn du zu viel verdienst, kann dir auch das Kinder- und Wohngeld wieder gestrichen werden.

Wie du siehst, hast du also zahlreiche Möglichkeiten, deine eigene Wohnung zu finanzieren. Und das ganz ohne Mama und Papa. Allerdings stehen der Finanzcheck und die vorherige Information über Fördermittel an oberster Stelle.


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