The Next Generation

Generation Z steht bereits in den Startlöchern

Generation Z? Was sich ein bisschen wie ein Ende anhört, bezeichnet eine Gruppe von jungen Menschen, die momentan 21 oder jünger sind, gerade ihren Führerschein machen und in den kommenden Jahren auf den Arbeitsmarkt strömen. Für die künftigen Arbeitgeber bedeutet dies neue Herausforderungen, einige Änderungen aber auch neue Möglichkeiten.

Um die Jahrtausendwende geboren, wachsen die Mitglieder der Generation Z noch im Schatten der Vorgängergeneration – Generation Y – auf. Generation Y – die auch bereits die Arbeitswelt revolutioniert hat – steht gegenwärtig mitten im Leben, weitestgehend auf eigenen Beinen. Nun machen sich aber bereits die »Zs« so langsam aber sicher auf den Weg in die Arbeitswelt. Auch wenn die Altersspanne zwischen den beiden »Generationen« gar nicht so gravierend ist, gewinnt man den Eindruck, dass dazwischen mittlerweile wieder Welten liegen.

Geshared, gelikede und getweeted, doch nicht begegnet! – Das ist das Hauptmerkmal der Generation Z, die von jedem Punkt der Welt mit jedem kommuniziert, ohne sich in Vereinen und Schulen mit anderen treffen zu müssen. Anders wie noch die Vorgängergeneration, sind die »Zs« nicht in den technologischen Wandel reingeschlittert, sondern schlicht hineingeboren worden. Sie wissen gar nicht mehr, wie es mal ohne Internet war. Die digitalen Medien sind für sie nicht nur ein Arbeits-, sondern zugleich ein Lebensraum, in dem sie lernen, spielen, lachen und sich ein Netzwerk an Freunden aufbauen. Virtuelle Kontakte werden oft gleichwertig zu persönlichen Kontakten gepflegt. Eine klare Abgrenzung zwischen realen und virtuellen Welt gibt es nicht mehr. Beide Welten verschmelzen zu einer, indem soziale Netzwerke, WhatsApp, Blogs und Foren in das tägliche Leben fließen und über das Smartphone jederzeit und überall zugänglich sind. Die digitale Technik wird als selbstverständliche Erweiterung der eigenen Person und der eigenen Möglichkeiten wahrgenommen. Inhalte werden im Netz geteilt, Informationen aus dem Netz bezogen. Das Wissen ist massenweise »in der Cloud« abgelegt und muss nicht ernst gelernt werden. Die »Zs« sind wahre Informationsmanager, die aus den unzähligen Daten diejenigen herausfiltern, die für sie in der jeweiligen Situation relevant sind.

Während auch die Angehörigen der Y-Generation zum Teil schon als »Digital Native« bezeichnet wurden, gilt dies in noch höherem Maße für die Nachfolger. Die »Zs« sind die wahren Digital Natives. Sie wachsen mitten in einer digitalen Welt auf. Sie sind Teil einer 24-Stunden-vernetzten Online-Community. Und das sind sie gerne. Was für die »Ys« noch das Panini-Album war, ist für die »Zs« die Selfie – Galerie auf Instagram. Nach Außen hin etwas darzustellen, scheint die »Zs« vollkommen zu erfüllen, Statussucht ist ihr Merkmal. Ihre Idole sind Dagi Bee, Bibi, die Lochis und wie sie alle heißen. Es sind junge Social Media-Stars, die es durch ihre hervorragende Selbstvermarktung zu einem gewissen Ruhm gebracht haben, und die die Jugendlichen mit ihren unzähligen Tipps – immer und überall abrufbar – durch den Alltag begleiten.

Es ist spannend zu sehen, wie Arbeitsmarkt und Wirtschaft auf diese Einzelkämpfer, die hoch vernetzt und immer bestens informiert sind, reagieren werden. Auch wenn die heutigen Teenager zu ihrem Arbeitgeber höchstwahrscheinlich noch weniger Loyalität als zu ihrer Turnschuhmarke aufbauen werden, sie werden definitiv nicht arbeitsscheu sein und weniger Leistungswillen zeigen. Sie wissen aber um ihren Wert und müssen sich auch keine großen Sorgen wegen ihrer beruflichen Zukunft machen – vorausgesetzt die fachliche Qualifikation stimmt.

Die »Zs« kennen ihre Möglichkeiten, sie kennen ihren Wert und sie fordern selbstbewusst die für sie passenden Rahmenbedingungen und ein spannendes Aufgabengebiet ein. Sie wollen einen sicheren Arbeitsplatz und doch irgendwie unabhängig sein. Sie streben nach einem optimalen Mix aus Arbeitsleben und Freizeit. Nicht die Höhe des Gehalts ist ausschlaggebend, sondern die Möglichkeiten der eigenen Entfaltung, Spaß am Beruf und gutes Arbeitsklima. Flexibilität im Beruf wird auch von zentraler Bedeutung sein, um den Job, die Familie und die Hobbys unter einen Hut zu bringen.

Eins ist klar: Um für die jungen Leute attraktiv zu sein, müssen Unternehmen langfristig umdenken. Sie müssen sich umstellen und neue, flexible Strukturen anbieten.


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